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05.10.2004

Schnuppertag im neuen Kulturzentrum am 23. Oktober

Alt-Olvenstedt. "Das ist der Saal für Veranstaltungen, dort wird gerade die Küche eingebaut." Dietrich Warner, Vorsitzender des Vereins "Kulturscheune Olvenstedt" führt durch das neue Kulturzentrum im alten Bördedorf. Er öffnet die Tür zu einem weiteren Raum. "Der ist für die Vereinsarbeit und für Besprechungen gedacht." Gegenüber schrauben die Bauleute noch an der Ausstattung der Sanitärräume.

Aus der Scheune auf dem Kirchhof am Stadtrand ist binnen eines Jahres ein modernes Kulturzentrum geworden, in dem bis zur Eröffnung in zwei Wochen noch Feinarbeiten zu erledigen sind. "Wir liegen voll im Zeitplan", sagt Dietrich Warner und blickt zufrieden durch den lichtdurchfluteten Bau.

Die im Barock-Stil geschaffene Scheune kann künftig ganzjährig für Veranstaltungen genutzt werden. Möglich wurde das durch ein Beschäftigungsprojekt des Arbeitsamtes, das mehr als 900 000 Euro zur Verfügung stellte. Träger des Projektes ist die Magdeburger Beschäftigungsgesellschaft AQB.

Unter anderem 40 Jugendliche, die nach der Ausbildung längere Zeit keine Arbeit im Baugewerbe gefunden haben, fanden hier einen Job für ein Jahr, um anschließend – so das Ziel – auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß fassen zu können. Bislang steht für sechs der jungen Männer fest, dass sie nach Abschluss der Arbeiten auf dem Olvenstedter Kirchhof Stellen in Baufirmen antreten werden.

Der Scheunenverein plant derweil schon eine Reihe von Veranstaltungen. Immerhin ist er an den Ausbaukosten mit rund 50 000 Euro beteiligt. Um den notwendig gewordenen Kredit abzahlen zu können, müssen dringend Einnahmen in die Kasse fließen. Zugleich wollen die Mitglieder das kulturelle Leben bereichern. Tanzabende, Lesungen, Vorträge soll es regelmäßig geben.

Um die Interessen der Olvenstedter zu erkunden, haben die Vereinsmitglieder bereits Infoblätter und Fragebögen in Altund Neu-Olvenstedt verteilt. Die Bögen können bis zum 13. Oktober u. a. im Bürgerhaus an der Poststraße abgegeben oder in den Briefkasten der Kulturscheune geworfen werden. Unter allen Teilnehmern der Umfrage werden dreimal zwei Freikarten für die Silvesterparty in der Scheune verlost (die Tickets kosten pro Stück immerhin 50 Euro).

Die Schlüsselübergabe für die Scheune ist am 15. Oktober. Die Öffentlichkeit kann sich das Schmuckstück am Sonnabend, 23. Oktober, anschauen beim Tag der offenen Tür. Dann soll auch der ebenfalls neu entstandene Backofen neben der Scheune in Betrieb gehen, für den die Kirchengemeinde extra noch ein Stück vom Hof bereitgestellt hat (die Scheune hat die Kirche dem Kulturverein 25 Jahre mietund pachtfrei überlassen).

Angemerkt - Hoher Kredit

Keine Fenster und Türen, ein kaputtes Dach – Veranstaltungen in Olvenstedts Kulturscheune waren bislang auf die Sommermonate beschränkt.

Die Freude über den Ausbau ist jetzt groß. Wie viel dem Kulturscheunen-Verein am Gebäude liegt, zeigte er nicht zuletzt durch die Beteiligung mit rund 50 000 Euro. Ein historisches Gebäude wurde so vor dem Verfall gerettet.

Aber: Mehr als 900 000 Euro aus öffentlicher Kasse zahlt das Arbeitsamt. Dabei wurde im 3700 Einwohner zählenden Alt-Olvenstedt – unweit der Scheune – erst im vergangenen Jahr das neu gebaute Bürgerhaus mit Treffs für Senioren und Jugend und großem Veranstaltungssaal eröffnet.

Ein Kredit, der auf dem Verein lastet: Er muss die Scheune mit Leben erfüllen und ist dabei zum Erfolg verdammt. Nichts wäre schlimmer als eine nur sporadisch genutzte Scheune.

Autor: Robert Richter (Magdeburger Volksstimme)

- Artikel vom 15.10.2004

- Artikel vom 22.10.2004

- Artikel vom 25.10.2004


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